Antiisraelisches Lehrmaterial an deutschen Schulen

Ergänzendes Lehrmaterial zu den verdrehten und völlig einseitigen Informationen über den Nahostkonflikt in deutschen Schulbüchern ist bitter notwendig. „Planet Schule“, das multimediale Schulfernsehen von WDR, bietet vier kurze Filme zu diesem Thema an. Sie wurden im Mai 2012 zweimal ausgestrahlt und stehen mit Gebrauchsanleitung für das Lehrpersonal auch online zur Verfügung. Leider fallen auch sie unter die Rubrik „verdreht und völlig einseitig“.

Drei der Streifen geben Einblick in die Lebenswelten junger Palästinenser und Israelis und deren Friedenssehnsucht. Aber durch die Augen der Israelis beleuchtet der Film lediglich die Notlage der Palästinenser, nicht umgekehrt. Der 13jährige Nadav, der Augenzeuge eines Selbstmordanschlages wurde und nun mit palästinensischen und israelischen Kindern eine Friedensinitiative gründen möchte, zeigt Verständnis für die Wut der steinewerfenden Teenager. Julia, die alleinerziehende Mutter an der Grenze zum Gazastreifen, die unter dem ständigen Raketenhagel leidet, klärt ihre kleine Tochter über die arabischen Nachbarn auf: „Sie wollen nicht auf uns schießen, und sie wollen uns auch nicht töten“, und sie bekennt: „Ich schäme mich, zum auserwählten Volk zu gehören – auserwählt, um zu töten.“

Der vierte Streifen, ein 15minütiges Video mit dem Namen „Der Nahost-Konflikt – eine Chronik der Gewalt“ suggeriert die Richtigkeit der palästinensischen Darstellung des Konflikts. Während berichtet wird, dass die Juden „die arabische Bevölkerung, die dort seit Jahrhunderten“ lebte, angeblich „systematisch“ aus Palästina vertrieben hätte, bleiben die Vertreibungen von Juden aus arabischen Ländern unerwähnt. Der Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 sei von den Arabern „als ungerecht“ empfunden worden, was mit einer bunten Karte und Einwohnerzahlen unterstützt wird, die weder Europas „Displaced Persons“ noch den Teilungsplan von 1922 berücksichtigen. 1948 seien die arabischen Armeen zwar zahlenmäßig überlegen gewesen, aber Israel habe den „entscheidenden Vorteil“ gehabt: „Moderne Waffen.“ Dieses Detail muss schlichtweg erfunden worden sein. Anfangs war Israel nahezu unbewaffnet, viele in der „Armee“ waren Holocaustüberlebende, während die fünf arabischen Heere vergleichsweise hoch gerüstet waren.

Die Information, dass das Westjordanland mit der Klagemauer in der Zeit jordanischer Verwaltung bis 1967 von Juden nicht betreten werden durfte, wird unterschlagen. Hingegen werden die Siedlungen undifferenziert als völkerrechtswidrig bezeichnet („Trotzdem lässt die Weltgemeinschaft Israel gewähren“), und Ariel Scharon hätte im Jahr 2000 mit seinem Besuch des Felsendoms und der al-Aqsa-Moschee „das Fass zum überlaufen“ gebracht. „Für die Palästinenser pure Provokation.“ – Dabei war Scharons Betreten des Bezirks, den man auch als Tempelareal und heilige Stätte des Judentums bezeichnen könnte, mit den palästinensischen Behörden abgesprochen, und mittlerweile ist belegt, dass die Al-Aqsa-Intifada schon lange davor geplant wurde.

Schließlich scheint es, dass Israel immer unlautere Motive unterstellt werden, egal, wie es sich verhält: „2005 zieht Israel alle Siedler aus dem Gazastreifen ab. Eine Geste des Friedens, oder weil es schlicht zu teuer ist, sie bewachen zu lassen?“ So schwierig es ist, beide Seiten in der Berichterstattung fair zu behandeln: Mit den antiisraelischen Bildungsprogrammen an deutschen Schulen wird der „Friedensprozess“ sicherlich nicht vorangetrieben werden.

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