Israel in den Medien

Laut dem Antisemitismusbericht, den das Bundesministerium des Innern 2009 in Auftrag gegeben hatte, sind rund 20% der Deutschen zumindest latent antisemitisch eingestellt. Oft äußert sich dieser Antisemitismus in überzogener „Israelkritik“, zu der man meint in besonderer Weise berechtigt und verpflichtet zu sein. Und nein, das Expertenteam hat den Antisemitimusbegriff sicher nicht zu weit gefasst. Vielmehr ist es grotesk zu sehen, was laut den Experten alles nicht antisemitisch ist. Auch die Aussage „man müsse die ‚Judenkapitalisten‘ aufhängen, niedertreten und zertrampeln“ von linker Seite (Ruth Fischer, KPD, 1923) sei NICHT antisemitisch (S.24). Denn Fischer nahm „selbst keine antisemitischen Positionen ein, sie bediente sich ihrer aber in agitatorischer Absicht.“ Wenn also all diejenigen, die zwar antisemitisch agieren, dabei aber selbst keine antisemitischen Positionen einnehmen, herausgerechnet werden, und immer noch bei 20% der Deutschen antisemitische Haltungen festgestellt werden, dann sieht es düster aus. Ein regelmäßiger Blick in die Israelberichterstattung deutscher Mainstreammedien kann diesen Zustand erklären helfen.

Hier geht’s zum Antisemitismusbericht.

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